Das vierte Tätigkeitsjahr der Kreistagsfraktion
Das vierte Tätigkeitsjahr der Kreistagsfraktion
Das vierte Jahr der Legislaturperiode war für die grüne Kreistagsfraktion gekennzeichnet durch die Bearbeitung einer Vielzahl unterschiedlichster Themen. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse erörtere ich nachfolgend.
Nach den langen Übergangszeiten zur Nachbesetzung und den notwendigen Einarbeitungen der Nachrückerinnen, startete die grüne Kreistagsfraktion nahezu reduziert auf die Kernfraktion, in das Wahljahr 2009.
Die Arbeitsverdichtung ist immens, da die zu leistende Aufgaben auf immer weniger Schultern verteilt werden. Dies macht sich insbesondere durch eine enge Terminplanung bemerkbar, die kaum noch Freiräume lässt. Bisher gelang es dennoch mittels schnell organisierter Vertretungen auch die Teilnahme an kurzfristigsten Terminen zu gewährleisten. Bei jedem Mitglied in der grünen KTF ist der hohe Auslastungsgrad angekommen. Es ist zu beachten, dass die KTF mit vier Personen als kleinste Fraktion im Kreistag, ca. 25 Gremien zu bedienen hat und damit das gleiche Arbeitspensum abwickelt wie die 24-köpfige Fraktion der CDU. Auf Grund der stetig steigenden Komplexität der Sachthemen nimmt die Einrichtung weiterer Arbeitszirkel laufend zu. Wir werden nicht nachlassen, die politische Arbeit auf hohem Niveau aufrecht zu halten.
Zu Beginn dieses Berichtes will ich einige persönliche Dauer-Highlights beschreiben.
Auf Initiative der AG „Energiecontroll 21“ wurde mit Beginn des Jahres 2008 die energetische Bewertung des alten Kreishauses beauftragt. Ziel ist die Erschließung von Einsparpotenzialen bei effektiver Energieausnutzung und kurzen Amortisationszeiten, zur Verringerung der Primärbrennstoffe und Absenkung der CO2-Emissionen. Eine erste Umsetzungsmaßnahme beschloss der Kreistag. Eine effiziente Beleuchtungstechnologie in Kombination mit Licht- und Bewegungssensoren wird in den kommenden Jahren installiert. Parallel ist eine Sanierung von „Künstlichen Mineralfasern“ mit gesundheitsgefährdendem Potenzial innerhalb der Deckenhohlräume erforderlich.
Aus den ca. 25 diskutierten Optimierungsvorschlägen werden die effizientesten und nachhaltigsten in 2009 dem Kreistag zur Umsetzung vorgeschlagen. Nach erfolgreichem Abschluss kann diese Vorgehensweise den Kommunen des Kreises zur Anwendung vorgetragen werden.
Auf dem Dach des Kreishausanbaus befindet sich eine Fotovoltaik-Anlage. Hierbei gilt die Option auch weitere Dächer kreiseigener Immobilien mit Solarenergie auszurüsten. Grundsätzlich werden bisher geeignete Dachflächen an Betreiber vermietet. Auf Grund des Erfolges dieses Modells läuft eine Prüfung, die einen Eigenbetrieb von weiteren Anlagen bewertet.
Der Kreistag stimmte einer Beteiligung der EnergieNordeifel (ene) an dem Projekt „Green Gekko“, mit einer Gesamtsumme von 400 Mio. € bis 2012 und einer Summe von 1.000 Mio. € bis 2020, zur Realisierung von großen regenerativen Projekten zu. Der Anteil der ene liegt bei 1%. Der Großteil der Finanzierung trägt die RWE. Sie führt eine Bündelung von Maßnahmenpakete zur Erschließung von regenerativen Energie- und Versorgungsstrukturen durch. Im Kreis partizipiert u. a. der Holzenergiehof Nettersheim, der Bioenergiehof Steinfeld, das Hallenbad Kall u. a. m. von dieser innovativen Vorgehensweise.
Vor dem Hintergrund gewinnt unsere Mitarbeit im Aufsichtsrat der ene immens an Bedeutung.
Bereits früh im Jahr 2008 versuchten die Fraktionen der Opposition einen Vorschlag für die Parteigremien über einen gemeinsamen Landratskandidaten zu erarbeiten. Aus verschiedensten…
Das vierte Tätigkeitsjahr der Kreistagsfraktion
Das vierte Jahr der Legislaturperiode war für die grüne Kreistagsfraktion gekennzeichnet durch die Bearbeitung einer Vielzahl unterschiedlichster Themen. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse erörtere ich nachfolgend.
Nach den langen Übergangszeiten zur Nachbesetzung und den notwendigen Einarbeitungen der Nachrückerinnen, startete die grüne Kreistagsfraktion nahezu reduziert auf die Kernfraktion, in das Wahljahr 2009.
Die Arbeitsverdichtung ist immens, da die zu leistende Aufgaben auf immer weniger Schultern verteilt werden. Dies macht sich insbesondere durch eine enge Terminplanung bemerkbar, die kaum noch Freiräume lässt. Bisher gelang es dennoch mittels schnell organisierter Vertretungen auch die Teilnahme an kurzfristigsten Terminen zu gewährleisten. Bei jedem Mitglied in der grünen KTF ist der hohe Auslastungsgrad angekommen. Es ist zu beachten, dass die KTF mit vier Personen als kleinste Fraktion im Kreistag, ca. 25 Gremien zu bedienen hat und damit das gleiche Arbeitspensum abwickelt wie die 24-köpfige Fraktion der CDU. Auf Grund der stetig steigenden Komplexität der Sachthemen nimmt die Einrichtung weiterer Arbeitszirkel laufend zu. Wir werden nicht nachlassen, die politische Arbeit auf hohem Niveau aufrecht zu halten.
Zu Beginn dieses Berichtes will ich einige persönliche Dauer-Highlights beschreiben.
Auf Initiative der AG „Energiecontroll 21“ wurde mit Beginn des Jahres 2008 die energetische Bewertung des alten Kreishauses beauftragt. Ziel ist die Erschließung von Einsparpotenzialen bei effektiver Energieausnutzung und kurzen Amortisationszeiten, zur Verringerung der Primärbrennstoffe und Absenkung der CO2-Emissionen. Eine erste Umsetzungsmaßnahme beschloss der Kreistag. Eine effiziente Beleuchtungstechnologie in Kombination mit Licht- und Bewegungssensoren wird in den kommenden Jahren installiert. Parallel ist eine Sanierung von „Künstlichen Mineralfasern“ mit gesundheitsgefährdendem Potenzial innerhalb der Deckenhohlräume erforderlich.
Aus den ca. 25 diskutierten Optimierungsvorschlägen werden die effizientesten und nachhaltigsten in 2009 dem Kreistag zur Umsetzung vorgeschlagen. Nach erfolgreichem Abschluss kann diese Vorgehensweise den Kommunen des Kreises zur Anwendung vorgetragen werden.
Auf dem Dach des Kreishausanbaus befindet sich eine Fotovoltaik-Anlage. Hierbei gilt die Option auch weitere Dächer kreiseigener Immobilien mit Solarenergie auszurüsten. Grundsätzlich werden bisher geeignete Dachflächen an Betreiber vermietet. Auf Grund des Erfolges dieses Modells läuft eine Prüfung, die einen Eigenbetrieb von weiteren Anlagen bewertet.
Der Kreistag stimmte einer Beteiligung der EnergieNordeifel (ene) an dem Projekt „Green Gekko“, mit einer Gesamtsumme von 400 Mio. € bis 2012 und einer Summe von 1.000 Mio. € bis 2020, zur Realisierung von großen regenerativen Projekten zu. Der Anteil der ene liegt bei 1%. Der Großteil der Finanzierung trägt die RWE. Sie führt eine Bündelung von Maßnahmenpakete zur Erschließung von regenerativen Energie- und Versorgungsstrukturen durch. Im Kreis partizipiert u. a. der Holzenergiehof Nettersheim, der Bioenergiehof Steinfeld, das Hallenbad Kall u. a. m. von dieser innovativen Vorgehensweise.
Vor dem Hintergrund gewinnt unsere Mitarbeit im Aufsichtsrat der ene immens an Bedeutung.
Bereits früh im Jahr 2008 versuchten die Fraktionen der Opposition einen Vorschlag für die Parteigremien über einen gemeinsamen Landratskandidaten zu erarbeiten. Aus verschiedensten Gründen gelang dies leider nicht.
Anlass zu den Überlegungen bot die zerstrittene CDU im Kreis, der es nicht gelingen will eine einheitliche Richtung zwischen der Politik der Kommunen und des Kreises zu finden. Aus gutem Grunde enthielt sich der LR im Kreisausschuss, bei der Frage einer Auszahlung von ca. 9,4 Mio. € an seine Kommunen. Mit diesem Beschluss war klar: Die Gelder der Rücklage zur Sanierung der Kreismülldeponie in Höhe von ca. 100 Mio. € sind ein für alle Mal verloren. Nachfolgende Generationen werden durch diese Vorbelastung in ihrer Entscheidungsfreiheit erheblich eingeschränkt sein. Hierzu kommt zu allem Übel auch noch eine qualitativ erheblich eingeschränkte Rekultivierung mit einer stark verkürzten Nachsorgezeit.
Bis zum abschließenden Kreistag brachte die CDU „ihren“ LR leider wieder auf Linie. Dies ist nur eines von vielen Beispielen, bei denen der LR sich von der Vernunft leiten lässt und sich weniger um die Vorgaben der CDU-Kreistagsfraktion schert. Deshalb kommt es ständig zu offen ausgetragenen Konflikten, siehe beispielhaft die Einrichtung der Verbraucherberatung und der Waldverkauf durch das Land.
Bei einer Resolution gegen das ursprünglich geplante Sparkassengesetz, redete der LR vergeblich mit Engelszungen auf seine Partei ein, diese mitzutragen. Bekanntermaßen setzte MDL Pick die CDU unter Druck, da er, wie bei anderen Anlässen, im Landtag eine Politik gegen den Kreis vertrat. Das führte zu der Situation, dass der Kreistag eine Resolution gegen die Novellierung des Sparkassengesetztes nur mit den Stimmen von SPD und Grünen beschloss! Ähnlich verhält es sich beim Waldverkauf durch das Land NRW. Während Clemens Pick beim Ministerpräsidenten die Werbetrommel für einen Ausverkauf der eigenen Heimat durch Verkauf des Waldes schlägt, rudert er vor Ort zurück und will den Erwerb trotz belegter Unrentabilität durch einen bankrotten Kreis realisieren. Auch hierbei sollen die Gelder aus der Rücklage zur Sanierung der ZMM entnommen werden.
Die Wahl von Clemens Pick zum Landratskandidaten der CDU erschließt neue Chancen für die anderen Parteien! Auch die CDU steht innerlich zerrissen zwischen den Lagern „Rosenke“ und „Pick“. Derart geschwächt und unentschlossen bietet diese Situation Möglichkeiten zur Änderung der kreisweiten zementierten politischen Gegebenheiten. Ob die beschlossene Verkleinerung des Kreistages hierbei von Bedeutung sein wird, ist noch unklar. Wir werden die Situation weiterhin aufmerksam beobachten und in der Lage sein bei Bedarf schnell und flexibel zu reagieren.
Die Verabschiedung des ersten Haushaltes nach NKF für das Jahr 2009 brachte der grünen Kreistagsfraktion insofern Lorbeeren ein, da die Presse unsere Haushaltsrede als einzige positiv würdigte und als gelungen beurteilte. Auch dieser Haushalt wurde wiederum nur durch die Mehrheit der CDU verabschiedet. Unsere Ablehnung des Haushaltes 2009 begründet sich vor allen Dingen aus dem Umgang mit der beständig vergrößernden Schuldenlast. Die Schulden des Kreises wachsen bis 2010 auf über 90 Mio. € an, ohne die geringste Bereitschaft zum Eintritt in die Rückzahlung. Konsequent bleiben wir bei der Linie, dass eine völlige Aussetzung der Tilgungsleistungen von in Anspruch genommen Geldern, künftige Projekte blockiert und somit nachfolgende Generationen belastet, wie der vorläufigen Eröffnungsbilanz zu entnehmen ist. Zur Deckelung der Personalkosten schrieb die CDU das „Personaleinsparkonzept“ fort. Bis zum Jahr 2014 sollen hierbei 1,5 Mio. € eingespart werden. Die definierten Ausnahmen bei der Umsetzung (Tariferhöhungen, zusätzliche Aufgabe, Übernahme von Personal, etc.) spiegeln die Hilflosigkeit der CDU-Fraktion, die im gleichen Atemzug Neueinstellungen beschließt. In der Realität wuchs der Stellenplan um 26 neue dringend benötigte MitarbeiterInnen. Zudem treten in etlichen Bereichen der Verwaltung bereits heute Engpässe durch eine zu dünne Personaldecke auf. Insbesondere sind hiervon die Lebensmittelüberwachung, der Veterinärbereich, die Sozialdienste und die Heimaufsicht betroffen. Personalreduzierung um jeden Preis ist mit der grünen Kreistagsfraktion nicht zu machen! Solange die 11 Städte und Gemeinden mit dem Kreis keine einheitliche Strategie entwerfen und das Miteinander an der jeweiligen Zuständigkeitsgrenze endet, unterliegen finanzielle Sanierungskonzepte weiterhin der politischen Beliebigkeit!
Im Rahmen der Themen rund den ÖPNV kann von einem Betrieb der Bördebahn bis spätestens zur LAGA 2014 ausgegangen werden.
Eine überraschende Wende nahm der fast verloren geglaubte Kampf auf der politischen Bühne um die Inbetriebnahme der Olef-Tal-Bahn. Eine Betriebserlaubnis für die kommenden 50 Jahre wurde nun erteilt. Ein schönes Geschenk zum 125. Geburtstag der OTB!
Nach intensiver Beratung im AK „ÖPNV“ wurde der erarbeitet Vorschlag zur Änderung der Umlagegrundsätze vom Kreistag verabschiedet. Die neue Formel ist klarer, fairer und nachhaltiger.
Künftig fließen in die Umlage die Nutzkilometer zu 85% und die allg. Umlagesätze zu 15% ein. Ein konstruktives Ergebnis unter grüner Beteiligung! Dabei sah es lange so aus, als stünde dieser AK unter keinem guten Stern. Unser Besetzungsvorschlag mit der Verkehrsexpertin Gisela wurde mit gewagter Begründung im KT abgelehnt. Hierüber führten wir Beschwerde bis zum Innenminister. Nach Abstimmung mit der GAR sahen wir von einer Klage gegen den Kreis ab.
Lange rangen wir auch um die Frage von Mindeststandards des ÖPNV im Kreis. Sehr erfreut waren wir, dass es im Kreistag gelang den aktuellen ÖPNV als Mindeststandard für künftige Planungen festzuschreiben. Und sollte einmal ein anderes Beförderungsmittel notwendig werden, so dürfen sich die Kreisbürger darüber freuen, dass einer Erhöhung der Droschkentarife (Taxen) in 2009 nicht stattgegeben wurde.
In NRW stiegen die rechtsextremistisch orientierten Straftaten innerhalb nur eines Jahres um 20% auf 1636 an. Auffällig ist der hohe Anteil an Körperverletzungen. Die höchste Zuwachsrate ist bei der „Konfrontation mit dem politischen Gegner“ auszumachen. Der höchste Anteil der Straftaten betrifft die „Volksverhetzung“. Im Kreis Euskirchen formierten sich die „Kameradschaft freie Nationalisten Euskirchen“. Fraktionsübergreifend wurde sich auf ein sehenswertes ergänzendes Maßnahmenpaket gegen den Rechtsextremismus verständigt. Gebündelt werden die Maßnahmen durch das neugegründete „Bildungszentrum Vogelsang ip GmbH“ für Kinder, Jugendliche im Rahmen der außerschulischen Jugendarbeit und für Schulklassen. Grenzüberschreitend wird auch das deutschsprachige Belgien integriert.
Im Rahmen der Betreuung rund um Vogelsang wird die Arbeit der Standortentwicklungsgesellschaft (SEG GmbH) neustrukturiert und in den Jahren 2009 bis 2014 fortgeführt. Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben, da -die grundsätzlichen Entwicklungsziele des NP immer stärker durch Maßnahmen mit Eventcharakter in den Hintergrund geraten -der Wegeplan allen Bedürfnissen, nur nicht denen des NP’s, gerecht wird -Neubauten, wie auch Hotels oder Golfplätze nichts in Vogelsang und an der direkten Grenze zum Nationalpark zu suchen haben.
Im Zusammenhang mit der Struktur- und Wirtschaftsförderung war auch wieder einiges los. Durch Teilnahme an verschiedenen Förderprojekten konnten Gelder und Sachverstand für die Region akquiriert werden:
-Interreg IV: Energieeffiziente Gewerbestandorte
-Leader: Projektsäule der Eifeler Bioenergie und Bioenergieregionen
-MUNLV: Wettbewerb „Aktion Klimaplus“ und „NRW-Klimakommune der Zukunft“
Ein ebenso herausragendes Projekt stellt die Entwicklung eines Stoff-Strom-Managements dar. Hierbei geht es darum, einen Markt zu entwickeln, der die Abfälle eines Unternehmens, als Rohstoff einem anderen Unternehmen zuführt. Es ist so denkbar den Wertschöpfungskreislauf optimal und nachhaltig zu gestalten.
Es formierte sich eine neue „Tourismus Entwicklung und Service-GmbH (TES)“, mit Frau Poth als Geschäftsführerin. Durch diese Gesellschaft erfolgt eine sinnvolle und notwendige kreisweite Bündelung von Aktivitäten. Ein weiterer wichtiger Baustein der wirtschaftlichen Entwicklung im Kreis ist die „Zukunftsinitiative Eifel“ und die „Regionalmarke Eifel“, bei denen Klaus die Kreistagsfraktion vertritt.
Bei der Übertragung des Betriebes des „Eifelmuseums“ an die Gemeinde Blankenheim kritisieren wir den Automatismus zur Schließung des Museums bei Rückübertragung oder Finanzierungsschwierigkeiten durch die Kommune. Wir halten dies für eine wenig geeignete Anreizpolitik zum nachhaltigen Betrieb!
Insgesamt wird rund um die Maßnahmen und Projekte zum Nationalpark und Vogelsang in der Region die unglaubliche Geldmenge von 70 – 80 Millionen Euro angefasst. Hiervon ist ein immenser Schub für alle Beteiligten im Kreis Euskirchen zu erwarten. Nahezu alle Wirtschaftszweige sind betroffen und können profitieren.
Weiterhin achten wir darauf, dass die Rahmenbedingungen eingehalten und die Schutzziele bei den Investitionen nicht gefährdet sind.
Aus dem Themenkomplex „Soziales und Gesundheit“ lässt sich berichten, dass die überwiegende Anzahl der notwendigen Entscheidungen nach ausführlicher Erörterung einstimmig getroffen wurden. Dies liegt zum einen an der unbestrittenen Notwendigkeit der Projekte und zum anderen an der fachlichen Sicht der Beteiligten. Unter der Überschrift „Familienzentren und Kinderschutz“ wurde ein Konzept zur Begleitung von Familien mit Kindern von der Geburt über die KITA’s bis zur Grund- oder Förderschule beschlossen. Die schrecklichen Ereignisse der vergangenen Jahre erforderten eine systemische Antwort der Gesellschaft. Die Vernetzung von medizinischer Betreuung, Sozialträgern und Rechtswesen schafft die notwendige Voraussetzung für eine geeignete Begleitung der Familien.
Ein Einstieg wird durch das verabschiedete Konzept erreicht.
Zudem sind Mittel für Investitionen und Ausstattung in den Jahre 2009 und 2010, in Höhe von je 50 T€, zum Aufbau von Plätzen für Kinder unter drei Jahren vorgesehen.
Der Zuschuss für die Frauenberatungsstelle wurde auf 42 T€ erhöht.
Die personelle Aufstockung der einzelfallbezogenen Beratung des „Zentralen Infobüros Pflege (ZIP)“ wird durch zwei halbe Teilzeitstellen für die kommenden zwei Jahre verstärkt.
Der Kreis schloss eine Leistungsvereinbarung für zwei Jahre mit dem „Deutschen Kinderschutzbund für koordinierte Tagespflege“, da die geförderten Fälle des Jugendamts in 2007 von 54 auf 80 anstiegen.
Ab 2009 wird ein Schulentwicklungsplan in gemeinsamer Arbeit zwischen Kreis und Kommunen erstellt. Als Ersatz für die sogenannten 1€-Jobs wurde das Projekt „Bürgerarbeit“ zwischen dem Kreis und seinen Städten und Gemeinden aufgelegt. Zum Wohle der betroffenen Menschen wird auf ca. 60 T€ an Zuschüssen und Förderungen verzichtet. Mit diesem Modell ist eine wirkliche Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in die Arbeitswelt möglich.
Ein Fahrplan zur Erarbeitung von geeigneten Strategien zur Begegnung des „demografischen Wandels“ ist angelaufen. Nahezu jeder gesellschaftliche Raum ist tangiert. Die Arbeit hat begonnen.
Die Gebühren im Rettungsdienst konnten durch Auflösen einer Rücklage gesenkt werden. Dieses Niveau bleibt für die kommenden drei Jahre stabil.
Der Kreis setzt sich mit den Szenarien einer Pandemie auseinander. Realistische Umsetzungsmodelle sind erwartungsgemäß sehr limitiert. Umso notwendiger ist ein frühzeitiger Einstieg in diese Thematik, um im Ernstfall die zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal ausnutzen zu können.
Abschließend sei noch ein Thema erwähnt: Die Sanierung der Munitionsfabrik Espagit in Hallschlag/Kehr ist beendet. Dennoch stellt das Areal weiterhin ein Gefährdungspotenzial dar. Bei starken Regenfällen kann es zu Auswaschungen von Schadstoffen kommen. Die grüne Kreistagsfraktion fordert im Rahmen eines nachhaltigen Monitorings, die zeitgleiche Übermittlung von definierten Grenzwertüberschreitungen auf eine Leitwarte. Nur so ist eine mögliche Gefährdung des durch Zuflüsse aus dem Schadensgebiet gespeisten Kronenburger Sees, zeitnah zu erkennen. Gegenmaßnahmen könnten bei Eintritt eines Störfalles unverzüglich ergriffen werden.
Ausblick 2009
Unsere Arbeit im Jahr 2009 wird maßgeblich von der Kommunalwahl in 2009 geprägt. Neu motiviert durch den Slogan „Zum Wohle des Kreises Euskirchen darf Clemens Pick nicht Landrat werden!“, aktivierten die Fraktionschefs der Kreistagsfraktionen von SPD, UWV und Grüne ihre Gesprächszirkel. Um einen reellen Gegenpart zum Landratskandidaten Pick aufzubauen, hilft letztlich nur ein Gegenkandidat, der von möglichst vielen Oppositionsparteien gemeinsam getragen wird und bei der Bevölkerung die notwendige Akzeptanz findet.
Hierzu stecken wir die Köpfe zusammen, um Möglichkeiten und Machbarkeiten auszuloten. Nach zahlreichen Sondierungsgesprächen stehen nur noch die SPD und B 90/Die Grünen in engem Kontakt. Nachdem der Landrat aus der CDU austrat und als „Landratskandidat für die BürgerInnen“ ins Rennen geht, ergibt sich eine völlig neue Situation. In der Vergangenheit gab es eine ganze Reihe von bemerkenswerten Schnittmengen an politischen Übereinstimmungen, wie die Haushaltspolitik, Verbraucherzentrale, Frauenförderung, Sparkassengesetz, Waldverkauf, Wahltermin zum 30.08.2009 u.a.m.. Aus diesem Grunde sind wir gespannt auf die weiteren Gespräche mit dem LR. Ziel ist es eine beschlussfähige Entscheidungsgrundlage zu liefern, über die die Parteimitglieder entscheiden. Angela und Jörg erhielten hierzu den Verhandlungsauftrag.
Ein weiteres schwergewichtiges Thema wird die weltweite Finanzkrise sein. Die globale Wirtschaft trudelt in eine Rezession, deren Ausmaß in unvorstellbaren Dimensionen liegt. Der volkswirtschaftliche Schaden ist nicht abschätzbar und wird den Kreis auch mit Wucht treffen. Ein Verlust von Arbeitsplätzen, Unternehmen in Not und eine schwierige Marktlage sind bereits heute deutlich zu beobachten; wobei die Talsohle noch nicht erreicht ist.
Dennoch erschließen sich durch das Konjunkturpaket II sinnvolle Maßnahmen im Bildungsbereich für energetische Ertüchtigungen sowie für Infrastrukturleistungen, die ohne diese Hilfeleistungen nicht finanzierbar wären. Die bereitgestellten Mittel sind allerdings ab 2014 zurückzuzahlen.
Durch richterliche Entscheidung ist für die ARGE (Kreisverwaltung und BA) bis Ende 2010 eine neue Organisationsform zu finden. Dieser Themenkomplex wird wieder eine intensive Diskussion über Grundsätze auslösen.
Die Verträge mir der Verbraucherberatungsstelle in Eu laufen zum Ende 2009 aus. Hier gilt es ein tragfähiges Modell zur Fortführung der erfolgreichen Arbeit zu finden.
Nach der erfolgreichen Durchführung einer Veranstaltung zum Kibiz, die Dorothee organisierte, fand im Februar, eine gemeinsame Podiumsdiskussion von SPD, CDU und Grünen zum Thema „Gentechnik im Kreis Euskirchen“ statt.
Die drei Kreistagsfraktionen erarbeiteten hierzu einen Beschluss, der im Kern
a) eine Verwendung und Produktion von gentechnisch veränderten Organismen in der Nahrungsmittelherstellung ablehnt.
b) in Informationsveranstaltungen verstärkt für einen Verzicht von gentechnischen Produkten wirbt. Zudem soll über die Folgen und Wirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Organismen aufgeklärt werden.
c) den Ausbaus der „Regionalmarke Eifel“ als Gütesiegel für hochwertige Lebensmittel forciert.
d) eine kreisweite Auftaktveranstaltung unter Beteiligung der landwirtschaftlichen Berufsverbänden und den Verbraucherorganisationen vorsieht. Um den besonderen Stellenwert des Kreistages bei dieser Thematik in der Bevölkerung zu verdeutlichen, steht der LR als Schirmherr zur Verfügung.
In Ergebnis jedenfalls ist es hoch erfreulich, dass die überwiegende Mehrheit des Kreistages die Einsicht zur Unterstützung grüner Prinzipien gewann. Zur konstruktiven Umsetzung ist die Tür so weit geöffnet wie nie zuvor. Die Ausgestaltung und Planung lag überwiegend in den Händen von Nathalie und Angela. Diese Veranstaltung machte die Notwendigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit diesem komplexen Thema deutlich. Weitere Aufklärung wird folgen müssen. Für die kommenden Aktionen ist die Einbindung des Verbraucherschutzes geplant, da sich die Sichtweise der Landwirte von denen der VerbraucherInnen deutlich unterscheidet.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Erfolgsbilanz der grünen Kreistagsfraktion im vergangenen Jahr nochmals gesteigert werden konnte. Besonders erfreut bin ich über die endlich funktionierende Zusammenarbeit mit der Presse und anderen Medien im Kreis. Selbst wenn die grüne Kreistagsfraktion ganze Ausschüsse dominiert, war es der Presse bisher nur in seltenen Fällen eine Mitteilung wert. War es nicht möglich an den Beiträgen der Kreistagsfraktion vorbeizuschauen, so wurde in Einzelfällen die Aussage sogar anderen Teilnehmern in den Mund gelegt.
Mich freut es sehr nach Jahrzehnten das „Nachrichtenvakuum“ verlassen zu haben.
Diesen positiven Trend gilt es weiterhin zu pflegen und auszubauen.
Mit Nachdruck werden wir gerade im Jahr der Kommunalwahl grüne Inhalte und Positionen platzieren.
Der Stempel grüner Kreistagspolitik wird deutlich wahrnehmbar sein und nach fünf Jahren deutliche Spuren in der Kreistagspolitik hinterlassen. In enger Zusammenarbeit zwischen Kreisparteirat,- Vorstand und Fraktion werden wir einen guten Wahlkampf führen. Die Chance vor Augen, die politische Landschaft im Kreis Euskirchen zu beeinflussen, evt. sogar nachhaltig zu verändern, wird uns in dieser anstrengenden Zeit motivieren.
Mit besten grünen Grüßen
20.04.2009
Jörg Grutke
-Fraktionsvorsitzender-