Die neue Kreistagsfraktion 2005
Die neue Kreistagsfraktion
Wo stehen wir, wo wollen wir hin?
Sachstand:
Unter diesem Punkt sind die Aufstellung der Grünen Kreistagsfraktion für die Legislaturperiode 2004 – 2009 sowie die politischen Rahmenbedingungen erläutert.
Obwohl die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen ihr Wahlergebnis um 40% auf 8,1% steigern konnte, ist sie dennoch mit vier Sitzen die kleinste im Kreistag vertretene Fraktion. Dies hielt uns aber nicht davon ab, ja gerade spornte es uns an, mit entsprechendem Selbstvertrauen in die Listen-, bzw. Besetzungsverhandlungen für Ausschüsse und Gremien zu starten. Vom ersten Gespräch an stand die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für klare Positionen. Dies führte auch sehr schnell zu einer Listenkonstellation Bündnis 90/Die Grünen, SPD und UWV und auf der anderen Seite CDU und FDP.
Bereits im ersten Treffen konnten wir Grüne den Weg für die Partnerschaft mit SPD und UWV ebnen.
Das Stimmenverhältnis im Kreistag ist ausgewogen.
Die CDU erlangte 24 Sitze.
Die gleiche Anzahl erreichen alle Oppositionsparteien mit ebenfalls 24 Stimmen. Hinzu kommt die Stimme des Landrates, der jedoch bei bestimmten Sachthemen nicht mitstimmen darf.
Die Vorbereitung für die Verhandlung in den Gesprächen zur Listenbildung und damit der Besetzung von Ausschüsse und Gremien, folgte in der Grünen Kreistagsfraktion unter Abwägung von Möglichkeit und Bedarf. Nach Abschluss der Verhandlungen, die sich immerhin fast drei Monate hinzogen, können wir auf ein hervorragendes Ergebnis zurückblicken. Wir sind so gut aufgestellt wie nie zuvor!
Von 60 zu besetzenden Gremien ist unsere Kreistagsfraktion in ca. 25 vertreten. Das erste Mal sind wir auch mit Stimme an allen Ausschüssen beteiligt. In den Verhandlungen erlangten wir hierüber einen Ausgleich in der Liste mit SPD und UWV. So unterstützte die Kreistagsfraktion zum Beispiel den SPD-Kandidaten Hans Schmitz aus Mechernich in der Wahl zum stellvertretenden Landrat.
Die neugebildete Grüne Kreistagsfraktion stellt mit vier ordentlichen Kreistagsmitgliedern sowie acht sachkundigen Bürgern und Bürgerinnen und einer Fraktionsassistentin eine große erweiterte Fraktion. Durch Beteiligung der sachkundigen Bürger und Bürgerinnen am politischen Tagesgeschäft ist die Einbindung aller Regionen des Kreises gewährleistet. Die Aufstellung der neuen Kreistagsfraktion ist derart positiv, dass wir uns sogar die Abtretung des Wahlprüfungsausschusses komplett an die Kreispartei leisten konnten. Bedauerlicherweise bedeutet dies allerdings den Verzicht auf den Vorsitz im Wahlprüfungsausschuss.
Die parlamentarische Arbeit der Kreistagsfraktion teilt sich auf in fünf Pflichtausschüsse (neben dem Kreistag):
- Jugendhilfeausschuss
- Rechnungsprüfungsausschuss
- Polizeibeirat
- Wahlprüfungsausschuss und
- Beirat Landschaftsbehörde
sowie vier freiwillige Ausschüsse
- Ausschuss für Schulen, Sport, Kultur, Soziales und Gesundheit
- Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr
- Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Konversion Vogelsang und
- Kreisausschuss.
Die freiwilligen Ausschüsse sind im wesentlichen den Geschäftsbereichen der Kreisverwaltung angelehnt.
Zu diesen Besetzungen kommen weiterhin zahlreiche Gremien, Arbeitskreise und Konferenzen.
Auf die bisherigen Anforderungen reagierte die Fraktion flexibel, schnell und professionell. Auch im Listenverbund mit SPD und UWV zeigt die neue…
Die neue Kreistagsfraktion
Wo stehen wir, wo wollen wir hin?
Sachstand:
Unter diesem Punkt sind die Aufstellung der Grünen Kreistagsfraktion für die Legislaturperiode 2004 – 2009 sowie die politischen Rahmenbedingungen erläutert.
Obwohl die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen ihr Wahlergebnis um 40% auf 8,1% steigern konnte, ist sie dennoch mit vier Sitzen die kleinste im Kreistag vertretene Fraktion. Dies hielt uns aber nicht davon ab, ja gerade spornte es uns an, mit entsprechendem Selbstvertrauen in die Listen-, bzw. Besetzungsverhandlungen für Ausschüsse und Gremien zu starten. Vom ersten Gespräch an stand die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für klare Positionen. Dies führte auch sehr schnell zu einer Listenkonstellation Bündnis 90/Die Grünen, SPD und UWV und auf der anderen Seite CDU und FDP.
Bereits im ersten Treffen konnten wir Grüne den Weg für die Partnerschaft mit SPD und UWV ebnen.
Das Stimmenverhältnis im Kreistag ist ausgewogen.
Die CDU erlangte 24 Sitze.
Die gleiche Anzahl erreichen alle Oppositionsparteien mit ebenfalls 24 Stimmen. Hinzu kommt die Stimme des Landrates, der jedoch bei bestimmten Sachthemen nicht mitstimmen darf.
Die Vorbereitung für die Verhandlung in den Gesprächen zur Listenbildung und damit der Besetzung von Ausschüsse und Gremien, folgte in der Grünen Kreistagsfraktion unter Abwägung von Möglichkeit und Bedarf. Nach Abschluss der Verhandlungen, die sich immerhin fast drei Monate hinzogen, können wir auf ein hervorragendes Ergebnis zurückblicken. Wir sind so gut aufgestellt wie nie zuvor!
Von 60 zu besetzenden Gremien ist unsere Kreistagsfraktion in ca. 25 vertreten. Das erste Mal sind wir auch mit Stimme an allen Ausschüssen beteiligt. In den Verhandlungen erlangten wir hierüber einen Ausgleich in der Liste mit SPD und UWV. So unterstützte die Kreistagsfraktion zum Beispiel den SPD-Kandidaten Hans Schmitz aus Mechernich in der Wahl zum stellvertretenden Landrat.
Die neugebildete Grüne Kreistagsfraktion stellt mit vier ordentlichen Kreistagsmitgliedern sowie acht sachkundigen Bürgern und Bürgerinnen und einer Fraktionsassistentin eine große erweiterte Fraktion. Durch Beteiligung der sachkundigen Bürger und Bürgerinnen am politischen Tagesgeschäft ist die Einbindung aller Regionen des Kreises gewährleistet. Die Aufstellung der neuen Kreistagsfraktion ist derart positiv, dass wir uns sogar die Abtretung des Wahlprüfungsausschusses komplett an die Kreispartei leisten konnten. Bedauerlicherweise bedeutet dies allerdings den Verzicht auf den Vorsitz im Wahlprüfungsausschuss.
Die parlamentarische Arbeit der Kreistagsfraktion teilt sich auf in fünf Pflichtausschüsse (neben dem Kreistag):
- Jugendhilfeausschuss
- Rechnungsprüfungsausschuss
- Polizeibeirat
- Wahlprüfungsausschuss und
- Beirat Landschaftsbehörde
sowie vier freiwillige Ausschüsse
- Ausschuss für Schulen, Sport, Kultur, Soziales und Gesundheit
- Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr
- Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Konversion Vogelsang und
- Kreisausschuss.
Die freiwilligen Ausschüsse sind im wesentlichen den Geschäftsbereichen der Kreisverwaltung angelehnt.
Zu diesen Besetzungen kommen weiterhin zahlreiche Gremien, Arbeitskreise und Konferenzen.
Auf die bisherigen Anforderungen reagierte die Fraktion flexibel, schnell und professionell. Auch im Listenverbund mit SPD und UWV zeigt die neue Kreistagsfraktion durchaus ein schlagkräftiges, eigenes Profil. Das Innenverhältnis im Rahmen der Listenverbindung zwischen SPD und UWV ist als konstruktiv zu beschreiben. Auch gibt es Kontakte auf der Sachebene zur CDU und FDP.
Die bisherige Pressearbeit trägt ihre Früchte. Die Berichterstattungen zeigen die sehenswerten Ergebnisse Grüner Politik durchaus in einem positiven Licht.
Um eine engere Bindung der Kreistagsmitglieder an die Geschehnissen im parteilichen Rahmen zu entwickeln und den immensen Termindruck zu entkrampfen, beschloss die Kreistagsfraktion eine rollierende Teilnahme an den Kreisvorstandssitzungen. Der Kreisvorstand überlegt seinerseits ebenfalls eine kontinuierliche Entsendung zur Mitarbeit in die Kreistagsfraktion. Die Bearbeitung der bisherigen Sachthemen zwischen Kreisvorstand und Kreistagsfraktion zeichnen sich durch einen zielgerichteten, konstruktiven Umgang aus.
Bisher bearbeitete Sachthemen:
Wahl des Regionalbeirates
Eine rechtliche Beschlussbeanstandung durch die Listenverbindung Grüne, SPD und UWV, erfolgte mit dem Ergebnis der öffentlichen Beschlussbeanstandung der CDU durch den Landrat.
Besetzung Landschaftsbeirat Umweltverbände
Die Listenverbindung zwischen Grünen, SPD und UWV trat alle zu besetzenden Verbände an die Grüne Kreistagsfraktion ab. So konnten von den zwölf zu benennenden Verbänden fünf direkt von den Grünen platziert werden. Dem ging eine rechtliche Auseinandersetzung voraus, in der die Grüne Kreistagsfraktion der Kreisverwaltung fehlerhafte Rechtskenntnisse nachwies.
Schließung St. Michael Schule
Die Grüne Kreistagsfraktion positionierte sich eindeutig gegen die Schließung der Erziehungsschule. Wir setzen auf eine konzeptionelle Weiterentwicklung des Schulsystems und eine Bearbeitung in den Fachausschüssen. Mit ihrer Mehrheit beschloss die CDU dennoch die Schließung.
Konversion Vogelsang/Nationalpark
Im Rahmen der Gründung der Entwicklungsgesellschaft als mbH und der Beauftragung eines Immobilienkonzeptes konnten der Verwaltung im Kreistag von der Grünen Kreistagsfraktion die Weitergabe von nicht objektiven Informationen und nicht umfassende Darlegungen nachgewiesen werden.
Hartz IV
Nachdem das Optionsmodell nicht zum Zuge kommt, tritt der Kreis in einer Arbeitsgemeinschaft in die Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein. Die Übergangslösung bis zur endgültigen Installation wird wahrscheinlich bis zum September andauern.
ÖPNV
Ein Defizitausgleich von ca. 5,9 Mio. Euro ist aufzubringen. Dies wird dazu führen, dass einzelne Strecken im Kreis Euskirchen einer Bewertung unterzogen werden. Unser Leitsatz: ÖPNV im ländlichen Raum des Kreises Euskirchen wird niemals mit schwarzen Zahlen zu realisieren sein und ist dennoch unabdingbar notwendig!
Aufgabenkritik
Auf 420 Seiten beschreibt die Kreisverwaltung die ca. 200 wichtigsten Aufgaben, die von ihr erbracht werden. Diese Aufgaben sind bewertet nach ihrer Notwendigkeit, einer möglichen Reduzierung, anderer denkbarer Realisierungsformen, möglicher Defizite, einer zeitlichen Verschiebung sowie ihrer Zukunftsfähigkeit. Diese erstellte Aufgabenkritik wurde seinerzeit durch die Grüne Kreistagsfraktion mitinitiiert. Nach nunmehr einjähriger Arbeit der Kreisverwaltung werden hier die Früchte geerntet. Auch hier positionieren die Grünen sich mit eigenen Vorstellungen. Vorrangig muss es sein, gesetzliche Mindeststandards zu erfüllen und Defizite abzubauen. Der Kreis muss sich seiner Aufgabe als Arbeitgeber sehr nachhaltig bewusst sein. Allgemeines Outsourcinggetöse, Gründung von GmbH’s und (un)sozialer Stellenabbau sind für uns keine Optionen. Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen führt den Vorsitz des Arbeitskreises „Stabstellen“. Dies ist u. a. deshalb bedeutsam, da die Arbeit der „Wirtschaftsförderung“ nach unserer Vorstellung, wie auch nach Ansicht der Listenverbindung, stärker von der Politik zu beeinflussen ist.
Haushalt 2005
Der Haushalt 2005 umfasst einen Umfang von ca. 1400 Seiten. Dieser Haushalt ist zum ersten Mal als Produkthaushalt ausgewiesen;
der Verwaltungshaushalt mit 237 Mio. €, der Vermögenshaushalt mit 38 Mio. €.
Der Haushalt weist ein Gesamtdefizit von ca. 79,5 Mio. € aus. Hiervon entfallen auf den Geschäftsbereich III (Bildung, Gesundheit und Soziales) 53 Mio. €, während sich 26,5 Mio. € auf Geschäftsbereich I (Zentrales und Kultur), Geschäftsbereich II (Recht und Ordnung) und Geschäftsbereich IV (Bauen, Umwelt, ÖPNV und Abfall) verteilen. Die Landschaftsumlage bleibt mit 17,3% (entspricht 28 Mio. €) konstant. In diesem Haushalt werden alle Rücklagen in Höhe von 11 Mio. € aufgelöst.
Die Kreisumlage soll von 48,54% auf 55,15% erhöht werden, wobei 2,4% der Erhöhung auf die Zinstilgung der inneren Darlehen und 4,4% auf die Umschichtung nach Hartz IV in Höhe von 6,5 Mio. € auf die Kreisumlage erfolgt.
Stellungnahme zu dem Haushalt 2005:
Dass der Kreis Euskirchen in NRW mit die niedrigste Kreisumlage ausweist hat seinen Preis. Nur über die Finanzierung von sogenannten inneren Darlehen, was nichts anderes bedeutet als die Rücklagen für die Rekultivierung der zentralen Mülldeponie Mechernich zur Kreditaufnahme zu benutzen, ist dieses möglich. Über die Höhe der Rückzahlung in Kombination mit den neuen Verschuldungen, die ebenfalls aus den Rücklagen zur Rekultivierung (innere Darlehen) finanziert werden, ist es ersichtlich, dass letztlich in Anspruch genommene Gelder nicht mehr zurück zu zahlen sind.
Dies bedeutet nichts anderes als die Finanzierung des momentanen Status des Kreises, seiner Städte und Gemeinden auf Pump.
Als Argument lassen wir nicht gelten: Die Gelder zur Rekultivierung werden erst ab 2015 benötigt. Da momentan keine Rückzahlung möglich ist, wird dies in den nächsten Jahren erst recht unmöglich sein!
Auf Kosten des Umweltschutzes wurden vergangene und werden künftige Maßnahmen im Kreis realisiert. Dies ist höchst unseriös!
Künftige Generationen werden hilflos vor dem heute angerichteten Desaster stehen. Ein nicht finanzierbarer und auf „Wunder von morgen“ gerichteter Haushalt 2005 ist für uns nicht tragbar!
Um hier aus Grüner Sicht neue Impulse für eine gemeinsame nachhaltige Finanzpolitik im gesamten Kreis Euskirchen aufzustellen, überlegen sich Kreisvorstand und Kreistagsfraktion gemeinsame Aktionen zur aktuellen Haushaltspolitik, mit dem Ziel einer strategischen Ausrichtung für die Zukunft.
Nur im Schulterschluss zwischen Kreis und Kommunen sind Ansätze für eine finanzielle Zukunftsfähigkeit zu finden. Beratungsinhalte zum „Neuen Kommunalen Finanzmanagement“ (NKF) scheinen der geeignete Einstieg zu sein.
Mit den besten Wünschen für eine konstruktive Grüne Zukunft und der Bitte um Beteiligung an einem überaus komplexen Gestaltungsprozess
Jörg Grutke
-Fraktionsvorsitzender-