Haushaltsrede zum Haushalt 2014
Haushaltsrede zum Haushalt 2014 der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
(Es gilt das gesprochene Wort)
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Sehr geehrter Herr Landrat,
gemessen an der Stärke der Volkswirtschaft leben wir in einem reichen Land. Zudem bleibt unsere Nation zum Glück weitestgehend von Naturkatastrophen verschont. Doch wie nutzen wir unser Privileg?
Wir leisten uns ein Luxusproblem mit einer beispiellosen Exportstärke! Im Jahre 2012 schafften wir Waren im Wert von 1,1 Billionen Euro ins Ausland. Ganz vorne stehen PKWs, LKWs, Maschinen sowie chemische Erzeugnisse. In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass die deutsche Rüstungsindustrie noch nie so viele Waffen in Entwicklungs- und Schwellenländer verkaufte wie zur Zeit. Die Gesamtausfuhr von Kriegsgeräten im Jahr 2012 betrug ca. 5 Milliarden Euro, wobei der Hauptabnehmer die Saudies in Arabien sind. In diese Logik passt Flüchtlingen, z. B. aus Syrien, die Aufnahme zu verweigern. Die Grünen kritisieren hier zu Recht, dass sich die schwarz-gelbe Koalition von einer restriktiven Exportpolitik verabschiedet hat und elementare Menschenrechte missachtet.
Da helfen auch keine Bekenntnisse zu einer Quote von 0,7% der Wirtschaftsleistung für die Entwicklungshilfe, wenn im Koalitionsvertrag mit 2 Mrd. € ein Wert von lediglich 0,38% festgeschrieben wird.
Insgesamt jedoch bedeutet das finanzielle und wirtschaftliche Engagement in anderen Ländern eine Verlagerung der Wertschöpfung. Vor der eigenen Haustüre werden dringend benötigte Investitionen vernachlässigt. Aus diesem Grunde liegen wir im internationalen Vergleich bei Themen wie Bildung, Sozialstrukturen, infrastrukturelle Versorgungen mit Straßenbau, Brückenbauwerken, Breitbandverkabelung, dem ÖPNV und SPNV, weit hinter anderen Ländern zurück. Selbst die Frage von Kinderarmut, Armut im Alter und das Thema der Jugendarbeitslosigkeit sind Baustellen, die die Frage des zielgerichteten Mitteleinsatzes durchaus aufwerfen. In Konsequenz wird die Bundesregierung international aufgefordert, durch eine Stärkung der Binnennachfrage diese Themenkomplexe nicht zu vernachlässigen. Eine Peinlichkeit!
Bei unseren Nachbarn löst es durchaus Bedenken aus, dass diese Defizite trotz Rekordeinnahmen, zum Beispiel bei den Gewerbesteuern in nie gekannter Höhe von ca. 45 Milliarden Euro, auftreten. Genauso sorgt es für internationales Unverständnis, dass laut einer Vergleichsstudie der Bertelsmannstiftung die OECD-Staaten ihren Wohlstand und Reichtum auf Kosten der nachfolgenden Generationen finanzieren.
Wichtige Indikatoren sind hierbei die Staatsschulden pro Kind unter 15 Jahren, der sogenannte ökologische Fußabdruck sowie die Kinderarmut. Während zum Beispiel in Estland auf jedes Kind unter 15 Jahren nur etwa 5.000 Euro Staatsschulden entfallen, müsste jedes deutsche Kind bereits heute rund 192.000 Euro an öffentlichen Verpflichtungen schultern. Damit sieht die künftige Generation einer Zukunft entgegen, die von Verschuldung, erhöhten Armutsrisiken und ökologischen Krisen geprägt sein wird. Was läuft da schief in einem Land, in dem Steuersünder auf Großveranstaltungen gefeiert werden? Wie will die künftige Bundesregierung eine nachhaltige Daseinsvorsorge für ihre Bevölkerung organisieren?
Ja, da gibt es eine SPD, die im Wahlkampf mehr Gerechtigkeit versprach.
Das hörten wir jedoch schon in 2005, als die bekämpfte 2%ige Mehrwertsteuererhöhung der Union durch die SPD auf 3% hochgeschraubt wurde. Nun droht ein ähnlicher Wortbruch. Der Kampf gegen die…
Haushaltsrede zum Haushalt 2014 der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
(Es gilt das gesprochene Wort)
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Sehr geehrter Herr Landrat,
gemessen an der Stärke der Volkswirtschaft leben wir in einem reichen Land. Zudem bleibt unsere Nation zum Glück weitestgehend von Naturkatastrophen verschont. Doch wie nutzen wir unser Privileg?
Wir leisten uns ein Luxusproblem mit einer beispiellosen Exportstärke! Im Jahre 2012 schafften wir Waren im Wert von 1,1 Billionen Euro ins Ausland. Ganz vorne stehen PKWs, LKWs, Maschinen sowie chemische Erzeugnisse. In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass die deutsche Rüstungsindustrie noch nie so viele Waffen in Entwicklungs- und Schwellenländer verkaufte wie zur Zeit. Die Gesamtausfuhr von Kriegsgeräten im Jahr 2012 betrug ca. 5 Milliarden Euro, wobei der Hauptabnehmer die Saudies in Arabien sind. In diese Logik passt Flüchtlingen, z. B. aus Syrien, die Aufnahme zu verweigern. Die Grünen kritisieren hier zu Recht, dass sich die schwarz-gelbe Koalition von einer restriktiven Exportpolitik verabschiedet hat und elementare Menschenrechte missachtet.
Da helfen auch keine Bekenntnisse zu einer Quote von 0,7% der Wirtschaftsleistung für die Entwicklungshilfe, wenn im Koalitionsvertrag mit 2 Mrd. € ein Wert von lediglich 0,38% festgeschrieben wird.
Insgesamt jedoch bedeutet das finanzielle und wirtschaftliche Engagement in anderen Ländern eine Verlagerung der Wertschöpfung. Vor der eigenen Haustüre werden dringend benötigte Investitionen vernachlässigt. Aus diesem Grunde liegen wir im internationalen Vergleich bei Themen wie Bildung, Sozialstrukturen, infrastrukturelle Versorgungen mit Straßenbau, Brückenbauwerken, Breitbandverkabelung, dem ÖPNV und SPNV, weit hinter anderen Ländern zurück. Selbst die Frage von Kinderarmut, Armut im Alter und das Thema der Jugendarbeitslosigkeit sind Baustellen, die die Frage des zielgerichteten Mitteleinsatzes durchaus aufwerfen. In Konsequenz wird die Bundesregierung international aufgefordert, durch eine Stärkung der Binnennachfrage diese Themenkomplexe nicht zu vernachlässigen. Eine Peinlichkeit!
Bei unseren Nachbarn löst es durchaus Bedenken aus, dass diese Defizite trotz Rekordeinnahmen, zum Beispiel bei den Gewerbesteuern in nie gekannter Höhe von ca. 45 Milliarden Euro, auftreten. Genauso sorgt es für internationales Unverständnis, dass laut einer Vergleichsstudie der Bertelsmannstiftung die OECD-Staaten ihren Wohlstand und Reichtum auf Kosten der nachfolgenden Generationen finanzieren.
Wichtige Indikatoren sind hierbei die Staatsschulden pro Kind unter 15 Jahren, der sogenannte ökologische Fußabdruck sowie die Kinderarmut. Während zum Beispiel in Estland auf jedes Kind unter 15 Jahren nur etwa 5.000 Euro Staatsschulden entfallen, müsste jedes deutsche Kind bereits heute rund 192.000 Euro an öffentlichen Verpflichtungen schultern. Damit sieht die künftige Generation einer Zukunft entgegen, die von Verschuldung, erhöhten Armutsrisiken und ökologischen Krisen geprägt sein wird. Was läuft da schief in einem Land, in dem Steuersünder auf Großveranstaltungen gefeiert werden? Wie will die künftige Bundesregierung eine nachhaltige Daseinsvorsorge für ihre Bevölkerung organisieren?
Ja, da gibt es eine SPD, die im Wahlkampf mehr Gerechtigkeit versprach.
Das hörten wir jedoch schon in 2005, als die bekämpfte 2%ige Mehrwertsteuererhöhung der Union durch die SPD auf 3% hochgeschraubt wurde. Nun droht ein ähnlicher Wortbruch. Der Kampf gegen die wachsende soziale Kluft war der zentrale Ansatz.
Dazu sollten die Steuern für Vermögende und Gutverdienende erhöht und Finanzschwache entlastet werden. Dies lässt sich allerdings mit der Union nicht realisieren.
Nun planen die Koalitionäre ihr milliardenschweres Paket von der Mütterrente bis zur Rente mit 63 aus den Sozialkassen zu bezahlen. Hierbei bleibt der Umverteilungseffekt nicht nur aus, er wird auf den Kopf gestellt. Der kleine Mann und die kleine Frau zahlen, die Wohlhabenden nicht. Für die Gering- und Normalverdiener sind nicht die Steuern, sondern die hohen Sozialabgaben der Kostenfaktor. Nun ist keine Rede mehr davon, die Geringverdiener von einem Großteil der Sozialabgaben zu befreien. Kurzerhand wird die anstehende Senkung des Rentenbeitrages abgesagt, eine Anhebung des Pflegesatzes geplant und das Risiko von Zusatzbeiträgen in der Krankenversicherung in Kauf genommen. Mehr Steuergeld für Sozialsysteme? Fehlanzeige!
Als Sieg der Verhandlungen gefeiert, soll mit der Mütterrente die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Kindererziehung von den Sozialkassen subventioniert werden. In der Konsequenz zahlt die alleinerziehende Verkäuferin im Monat 6 Euro mehr, der kinderlose Zahnarzt bliebe komplett verschont!
Die Plünderung der Sozialkassen und die Belastung künftiger Generationen scheint das Erfolgsrezept zu sein. Und wenn man schon fröhlich zusammensitzt, so dürfen sich die Wünsche und Forderungen in ihrer Summe ruhig auf rund veröffentlichte 25 und reale 40 Milliarden Euro zusätzlicher Belastungen kumulieren. Getragen von einem hochprofessionellen Informationsmanagement wird uns der Eindruck suggeriert:„Es wird gerechter und alles wird gut“. Und der Partner der Verhandlung, die CDU/CSU hat keine Themen! Das Wahlziel „Angela Merkel muss Kanzlerin bleiben“ ist erreicht und damit ist aus dem Antriebssystem der Union jegliche Energie gewichen. Anstatt konstruktive Impulse zu setzen folgen nur Abwehrsignale.
Wo möchte die alte und neue Kanzlerin hin mit unserem Land? Im Wahlprogramm der CDU/CSU hieß es: „Erstmals seit 40 Jahren wollen wir in der nächsten Wahlperiode einen Haushalt ohne neue Schulden vorlegen“.
Dies wäre in der Tat ein starkes Signal für Europa. Da gleichzeitig die Steuereinnahmen von Bund und Ländern erneut steigen, beginnt die Union aber bereits damit, über die Abflachung der Steuersätze ihr Versprechen zu relativieren. Damit wird ein deutlicher Beitrag gelingen, den staatlichen Schuldenberg aller Eurostaaten über die sagenhaften bisherigen 91% vom Bruttoinlandsprodukt weiter steigen zu lassen.
Martin Blessing zu den Verhandlungen: „Wenn ich auf den Koalitionsvertrag schaue und alles umgesetzt wird, was darin steht, werden wir unseren Beitrag zur Konvergenz in Europa leisten, indem wir unser Wachstum drosseln und unser Land weniger wettbewerbsfähig machen.“ Im gleichen Sinn rüffelt der Bundesrechnungshof die Koalitionäre.
Da Finanzmittel nun mal endlich sind werden sie umgewidmet.
Also entdeckten die Verhandlungspartner die Reserven der Rentenkassen von ca. 31 Milliarden Euro. Und da sind wir wieder beim Thema: wer in guten Zeiten Rücklagen plündert und dem System fragwürdige Lasten aufbürdet, bedient sich bei der nächsten Generation. Mit nachhaltiger Politik hat dies wenig zu tun, aber viel mit Unverfrorenheit!
Nicht anders verhält es sich übrigens bei dem Energiewandel. Deutschland gibt mit den Vereinbarungen zwischen CDU und SPD endgültig den Anspruch auf weltweit Vorbild zu sein; für die energiepolitische Ausrichtung ein Desaster.
Wichtig ist natürlich auch was nicht im Koalitionspapier steht. Auf diese schlichte Formel lässt sich das gesamte Kapitel Bildung, Betreuungsgeld, Entlastung von Holteliers, uvam reduzieren.
Um dann nicht ganz so entlarvt dazustehen werden verzweifelt Schlupflöcher gesucht, um von ausländischen Autofahrern Gebühren für die Nutzung unserer steuerfinanzierten Autobahnen zu generieren. Auch Spenden aus der Automobillobby sind hochwillkommen und es ist ein kleiner Preis der Kanzlerin, hierfür die Verständigung der EU auf das 4-Liter Auto zu blockieren.
Nun ist es aber bekannterweise mitnichten der Fall, das Länder und Kommunen sich in der Sache anders verhalten. Der Landesrechnungshof NRW stellt fest, dass trotz einer vergleichsweise guten wirtschaftlichen Lage, historisch niedrigen Kreditzinsen und deutlich gestiegenen Steuereinnahmen die Ausgaben des Landes nur durch die Aufnahme neuer Kredite gedeckt werden können.
Der Gesamtschuldenstand ist dabei in 10 Jahren von ca. 100 Milliarden Euro mit Ablauf des Haushaltsjahres 2012 auf besorgniserregende ca. 140 Milliarden Euro angestiegen. Damit beträgt die Verschuldung mehr als das 3fache der Steuereinnahmen des Jahres 2012. Die Schulden der Gemeinden in NRW erreichten Ende 2012 mit ca. 60 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Damit stieg die Belastung je Einwohner auf ca. 3000 Euro. Die Hälfte aller kommunalen Kassenkredite mit ca. 25 Milliarden von bundesweit 50 Milliarden Euro, müssen die Kommunen aus NRW aufnehmen. Hauptlast sind die Ausgaben für soziale Leistungen. In keinem anderen Bundesland sind die Städte, Kreise und Gemeinden von der strukturellen Unterfinanzierung derart betroffen.
Faszinierend klingen die Einsparvorschläge der CDU aus dem Landtag:
-Wiedereinführung der Studiengebühren
-Abschaffung des beitragsfreien Kindergartenjahres
-Pauschale Kürzung der Förderprogramme um 20% u.s.w..
Die kommunalen Spitzenverbände fordern ein Bundesleistungsgesetz, mit dem in Zukunft die Finanzierung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung geregelt werden soll. Elementar hierbei ist zum einen, die dauerhafte Entlastung der Kommunen und zum anderen die Beibehaltung der kommunalen Steuerung und Ausführungsverantwortung. Aus Sicht der Kommunen ist zudem ein Infrastrukturprogramm des Bundes und Landes NRW zur Sanierung und Modernisierung der kommunalen Infrastruktur in NRW überfällig.
Dies betrifft unter anderem Straßen- und Brückenbauwerke, Breitbandversorgung und öffentliche Gebäude. Erhellendes Material zu dieser Misere stellte der Kreiskämmerer, Herr Hessenius, im Rahmen der diesjährigen Einbringung des Haushaltes 2014 zur Verfügung. Der Landkreistag und der Städte- und Gemeindebund NRW weisen darauf hin, dass eine Addition der Absenkung des Verbundsatzes seit Anfang der 80iger Jahre zentrale Ursache für die kommunale Unterfinanzierung ist. Insgesamt gingen in dieser Periode den Kommunen durch den einseitigen Eingriff des Landes ca. 51 Milliarden Euro verloren.
Dem steht ein Schuldenstand aller Kommunen in NRW von exakt dieser Größe entgegen. Allein eine Gegenrechnung zum Gemeindefinanzierungsgesetz 2014 durch die Anwendung des FIFO-Gutachtens, was versucht die gesetzgeberischen Nachteile rechnerisch auszugleichen, würde im Fazit einen Vorteil von ca. 3 Millionen Euro für die Kommunen des Kreises Euskirchen bedeuten.
Alle Kommunen könnten von diesem Prinzip partizipieren. Doch dem Kreis sind gar keine anderen rechtlichen Möglichkeiten geboten, als seine ca. 117 Mio. Euro bei den 11 Städten und Gemeinden des Kreises einzufordern. Gerade auch nach dem Durchlauf der 2. Aufgabenkritik, bei der alle wesentlichen Leistungen der Kreisverwaltung wieder auf den Prüfstand kamen, ist klar wie gering eine wirkliche Einflussnahme auf den Gesamtetat ist.
Dennoch verfolgt die Haushaltswirtschaft des Kreises zwei Leitziele:
- die Kreisumlage ist möglichst gering zu halten. Eine effektive und effiziente Umgangsform mit Investitionen steht für uns im Vordergrund. Investitionen mit kurzen Amortisationszeiträumen sind hierbei geeignete Maßnahmen einer nachhaltigen Zukunftssicherung. Als Paradebeispiel gilt die Arbeit der AG Energiecontroll 21.
- Die Haushaltswirtschaft des Kreises umfasst das Ziel zur Erreichung einer hohen Generationengerechtigkeit.
Durch die von der Mehrheit des Kreistages hemmungslos in Anspruch genommenen Rücklagen ohne die Aussicht, diese jemals wieder ausgleichen zu können, unterlaufen Sie dieses Prinzip. Leider fällt dem LR auch keine ehrlicher Methode als einen Griff über 3 Mio. € in die Ausgleichrücklage ein!
Daher steht nach wie vor die Bewertung ihres Finanzgebarens von der Gemeindeprüfungsanstalt mit den schlechtesten Noten an. Und genau diese mangelnde Einsicht beschert im interkommunalen Vergleich den letzten Platz im Umgang mit den eigenen Finanzmitteln. Sollte in diesem Zusammenhang noch die Hoffnung bestehen, dass Not verbindet und zur neuen strategischen Ausrichtung zwischen Kreis und Kommunen führt, wird man durch die nichtssagende Stellungnahmen unserer Bürgermeister völlig ratlos.
Dem Grunde nach wird auf die Ausführungen im Kreishaushalt 2013 verwiesen und dem nichts weiter hinzugefügt. Bei dieser Vorgehensweise fällt es schwer, dem Wunsch der Bürgermeisterkonferenz zu entsprechen, „ernster genommen zu werden als in den Vorjahren“. Die Mehrheit der Kreistagspolitik fordert vehement einen Einstieg in einen konstruktiven Dialog mit den Bürgermeistern.
Wir wollen die Auseinandersetzung, wir wollen die Diskussion, ja vielleicht benötigen wir den Streit in der Sache! Aber wir wollen mit unseren Partnern reden! Wir wollen zu gemeinsamen Strategien kommen. Wir wollen uns als Gemeinschaft verstehen. Wir wollen den vermeintlich Schwachen nicht im Regen stehen lassen.
Wir wollen einen fairen Ausgleich. Lassen Sie uns alle gemeinsam an diesem mächtigen Ziel der Zukunft arbeiten! Lassen Sie uns gut aufgestellt in die Zukunft blicken und vergessen Sie dabei nicht, dass auf Länder- und Bundesebene bereits Gedankenspiele laufen, einzelne Bundesländer in Deutschland zu verschmelzen. Diese Entwicklung darf uns hier auf unserer Gliederungsebene nicht unvorbereitet treffen. Wir kommen nicht um die Frage herum: Sind wir im Verbund nicht besser für die künftigen Aufgaben aufgestellt? Sehen wir uns die Haushaltszahlen der Stadt Euskirchen oder von Weilerswist an, so gibt es auch einen ersten Hoffnungsschimmer, dass sich eine gemeinsame Anstrengung lohnt. Aber wo Licht ist, dort gibt es auch Schatten.
Aus diesem Grunde ist es natürlich nachvollziehbar, das man sich in Nettersheim über den Prüfbericht der GPA ärgert und frühere Zeiten beschwört, als mit der Kreisverwaltung in Euskirchen gemeinsam über Kostenersparnis nachgedacht wurde. Auch in Mechernich ruft es keinen Freudentaumel hervor, die höchste Pro-Kopf-Verschuldung in NRW attestiert zu bekommen.
Dennoch sind wir von griechischen Verhältnissen in der Eifel, wie in Nideggen, weit entfernt, weil der Gestaltungswille ungebrochen ist. Auch viele erfolgreich durchgeführte Projekte einer kommunalen Zusammenarbeit belegen dies. Künftige Projekte, wie z. B. eine gemeinsame Beteiligungsgesellschaft an der Energie Nordeifel, bedauerlicher Weise ohne die Mechernicher, stehen an.
Die Kreisverwaltung steht hierzu jederzeit als verlässlicher Partner zur Verfügung. Unser Dank gilt insbesondere dem Landrat, den Geschäftsbereichsleitern, Abteilungsleitern und all jenen, die jeden Tag zum Wohle des Kreises Euskirchen in dieser Verwaltung ihre Arbeit verrichten. Wir sehen auch, dass diese Verwaltung an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestoßen ist. Das Personaleinsparkonzept gilt als abgearbeitet und die Belastung der Belegschaft lässt sich deutlich mit 15.000 erbrachten Überstunden nachvollziehen. Wir sind erfreut, dass die Verwaltungsleitung ihrer Verantwortung als Arbeitgeber gerecht wird und sich den Bedürfnissen seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen intensiv widmet, extern moderieren lässt und letztlich für künftige Kollegen und Kolleginnen wirbt.
In Gegensatz zu diesen positiven Ansätzen steht der Umgang der politischen Mehrheit, mit der Zukunft der nachfolgenden Generation.
Sie steuern mit Ihrer Politik auf die finanzielle Handlungsunfähigkeit hin und nehmen die Entmündigung der politischen Aufsichtsgremien durch ihre Entscheidung billigend in Kauf. All dieses ist ihnen bekannt und sie werden rhythmisch durch die Berichte der Gemeindeprüfungsanstalt und der Rechnungsprüfung erinnert. Doch sie schauen weg und ignorieren die Fakten. Aus diesem Grunde ist uns eine Zustimmung zu der vorgelegten Haushaltssatzung nicht möglich.
Der Verwaltung, insbesondere der Kämmerei und der Rechnungsprüfung danken wir für die gewährte Unterstützung und Aufklärung rund um die Aufstellung des Haushaltsplanes 2014.
18.12.2013
Fraktionsvorsitzender
Jörg Grutke