Haushaltsrede zum Haushalt 2020
der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
( schnellleser Form )
(Diese Version ist für den eiligen Lesenden gedacht und ersetzt nicht die komplette Rede)
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Landrat,
Es ist insbesondere darauf zu achten, dass die Gratwanderung zur notwendigen Aufgabenerfüllung und kritischen Wertung des vorliegenden Haushaltsentwurfs einerseits gelingt, aber auf der anderen Seite genügend Raum und Gestaltungsmöglichkeiten für den neu konstituierten Kreistag lässt.
Ein Leitziel muss es daher sein künftig eine faire Gemeindefinanzierung zu realisieren und dem Verfahren des Umwälzens von Kosten auf die Kommunen einen Riegel vorzuschieben.
Aber was nützt das Klagen vor ferner Tür, wenn hier im Kreistag ein Bekenntnis zum Klimanotstand ausbleibt und der Landrat beauftragt wird, es zu richten. Eine geeignetere Dokumentation der Ahnungslosigkeit ist schwerlich vorstellbar. Weder die Notwendigkeit der Priorisierung, noch die zeitliche Dringlichkeit ist verstanden worden.
Doch auch neben dieser Problemverlagerung in eine ungewisse Zukunft enthält der heute zu diskutierende Haushalt erhebliche Risikopotenziale für die künftigen Entscheidungsträger.
Zur Eindämmung und Bewältigung der Corona-Pandemie ist es geboten benötigte Mittel zur Verfügung zu stellen. Zudem werden über Ausgleichszahlungen oder Einnahmeverzicht versucht soziale Härten abzumildern. Diese konsequente Strategie unterstützen wir ausdrücklich und passen sie den jeweiligen Erfordernissen an!
Insofern loben wir in diesen Fällen ausdrücklich die Kooperation mit den zuständigen Stellen der Kreisverwaltung!
Die Selbstverpflichtung, bis zur Auslastungsgrenze jungen Menschen eine Ausbildung zu gewähren ist beispielhaft und zeugt von einer proaktiven Herangehensweise zur Lösung der Problematik der hohen Altersstruktur der Belegschaft mit den vorhandenen Instrumenten. 61 jungen Menschen wird eine Perspektive geboten, von der auch die Kreisverwaltung partizipiert. Weiterhin spiegelt sich das Engagement in dem sozialen Stellenplan wider. Insgesamt entspricht der Zuwachs von 11,16 zusätzlichen Stellen in 2020 der Anforderung an das stets ausgeweitete Aufgabenspektrum.
Wie jedes Jahr kann ich nur wieder unsere Vertreter in all den Beteiligungen des Kreises zur Nachahmung aufrufen.
Lieber Herr Landrat,
wir fordern Sie auf, mit Ihren Bürgermeisterkolleg*innen ein kreisweites Tax-
Compliance-System aufzulegen! Dies wäre doch endlich mal ein starkes
gemeinsames Signal. Die Finanzbehörden könnten nicht die eine und andere
Kommune oder die Kreisverwaltung gegeneinander ausspielen, sondern hätten es
mit einem schlagkräftigen und argumentationsstarken kommunalen Partner zu tun.
Es entspricht im Übrigen einer groben Fehleinschätzung, zu denken, die Probleme der Zukunft ließen sich alle im örtlichen kommunalen Parlament lösen. Es ist vielmehr so, dass finanzielle Zuwendungen, infrastrukturelle Maßnahmen und zukünftige regionale Ausrichtungen in übergeordneten Gremien, wie der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, der Metropolregion Rheinland, dem Zweckverband Aachen, dem Köln/Bonn e.V. und der AGIT stattfinden.
Unter Wertung all dieser Faktoren kommen wir zu dem Ergebnis, den Haushaltsentwurf nicht mit zu tragen! Diese Aussage bezieht sich ausdrücklich auf den vorliegenden Haushalt 2020. In Anbetracht der aktuellen Situation zur…
(Diese Version ist für den eiligen Lesenden gedacht und ersetzt nicht die komplette Rede)
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Landrat,
Es ist insbesondere darauf zu achten, dass die Gratwanderung zur notwendigen Aufgabenerfüllung und kritischen Wertung des vorliegenden Haushaltsentwurfs einerseits gelingt, aber auf der anderen Seite genügend Raum und Gestaltungsmöglichkeiten für den neu konstituierten Kreistag lässt.
Ein Leitziel muss es daher sein künftig eine faire Gemeindefinanzierung zu realisieren und dem Verfahren des Umwälzens von Kosten auf die Kommunen einen Riegel vorzuschieben.
Aber was nützt das Klagen vor ferner Tür, wenn hier im Kreistag ein Bekenntnis zum Klimanotstand ausbleibt und der Landrat beauftragt wird, es zu richten. Eine geeignetere Dokumentation der Ahnungslosigkeit ist schwerlich vorstellbar. Weder die Notwendigkeit der Priorisierung, noch die zeitliche Dringlichkeit ist verstanden worden.
Doch auch neben dieser Problemverlagerung in eine ungewisse Zukunft enthält der heute zu diskutierende Haushalt erhebliche Risikopotenziale für die künftigen Entscheidungsträger.
Zur Eindämmung und Bewältigung der Corona-Pandemie ist es geboten benötigte Mittel zur Verfügung zu stellen. Zudem werden über Ausgleichszahlungen oder Einnahmeverzicht versucht soziale Härten abzumildern. Diese konsequente Strategie unterstützen wir ausdrücklich und passen sie den jeweiligen Erfordernissen an!
Insofern loben wir in diesen Fällen ausdrücklich die Kooperation mit den zuständigen Stellen der Kreisverwaltung!
Die Selbstverpflichtung, bis zur Auslastungsgrenze jungen Menschen eine Ausbildung zu gewähren ist beispielhaft und zeugt von einer proaktiven Herangehensweise zur Lösung der Problematik der hohen Altersstruktur der Belegschaft mit den vorhandenen Instrumenten. 61 jungen Menschen wird eine Perspektive geboten, von der auch die Kreisverwaltung partizipiert. Weiterhin spiegelt sich das Engagement in dem sozialen Stellenplan wider. Insgesamt entspricht der Zuwachs von 11,16 zusätzlichen Stellen in 2020 der Anforderung an das stets ausgeweitete Aufgabenspektrum.
Wie jedes Jahr kann ich nur wieder unsere Vertreter in all den Beteiligungen des Kreises zur Nachahmung aufrufen.
Lieber Herr Landrat,
wir fordern Sie auf, mit Ihren Bürgermeisterkolleg*innen ein kreisweites Tax-
Compliance-System aufzulegen! Dies wäre doch endlich mal ein starkes
gemeinsames Signal. Die Finanzbehörden könnten nicht die eine und andere
Kommune oder die Kreisverwaltung gegeneinander ausspielen, sondern hätten es
mit einem schlagkräftigen und argumentationsstarken kommunalen Partner zu tun.
Es entspricht im Übrigen einer groben Fehleinschätzung, zu denken, die Probleme der Zukunft ließen sich alle im örtlichen kommunalen Parlament lösen. Es ist vielmehr so, dass finanzielle Zuwendungen, infrastrukturelle Maßnahmen und zukünftige regionale Ausrichtungen in übergeordneten Gremien, wie der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, der Metropolregion Rheinland, dem Zweckverband Aachen, dem Köln/Bonn e.V. und der AGIT stattfinden.
Unter Wertung all dieser Faktoren kommen wir zu dem Ergebnis, den Haushaltsentwurf nicht mit zu tragen! Diese Aussage bezieht sich ausdrücklich auf den vorliegenden Haushalt 2020. In Anbetracht der aktuellen Situation zur Bekämpfung der Krankheit Covid 19 unterstützen wir unbedingt die Bereitstellung von benötigten Mitteln zur Bewältigung der Krise und zum Schutz der Bevölkerung. Zur Abfederung sozialer Härten ergreifen wir Maßnahmen, wie z. B. die Befreiung von Beiträgen. Weitere Hilfen und Entlastungen werden notwendig werden, denn in dieser besonders herausfordernder Zeit ist schnelles und umsichtiges Handels gefragt. Folgt man den Aussagen der Experten, so hat der Kreis Euskirchen nur einen kleinen zeitlichen Vorsprung bis zum Eintritt eines großen Ereignisses. Es wird zusätzliches Personal zu dessen Bewältigung benötigt. Dieses Vorgehen ist für uns alternativlos! Zur Unterstützung der Kommunen bringt die Grüne Landtagsfraktion am heutigen Tag einen umfassenden Entschließungsantrag ein. Eine Neubewertung des Haushaltes findet zu gegebener Zeit statt. In diesem Zusammenhang gilt unsere höchste Anerkennung dem Krisenmanagement der Kreisverwaltung. Der Einsatz der Belegschaft und Führungsmannschaft ist absolut vorbildlich!
Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen, auch wenn sich die Liste der unterschiedlichen Auffassungen unserer Kreistagsfraktionen in den verschiedensten Sachgebieten beliebig fortsetzen ließe, so steht aktuell der Zusammenhalt und die Solidarität im Umgang mit der Corona- Krise prägend im Vordergrund. Es ist außergewöhnlich, wie es gelingt, auf der einen Seite der Bevölkerung zu spiegeln, die Krise ernst zu nehmen und zu managen aber auf der anderen Seite die Handlungsfähigkeit der Kreistagspolitik zu dokumentieren.
Eine gleiche Auffassung verbindet die demokratischen Kräfte in der Kreispolitik mit ihrem eindeutigen Bekenntnis gegen Intoleranz und Rechtsextremismus. Hier setzen wir gemeinsam ein deutliches Signal und distanzieren uns durch klare Positionierung von den rechtsextremistischen Umtrieben im Kreis Euskirchen und darüber hinaus. Die hierzu auf Bundesebene eingebrachten Gesetzesentwürfe gegen Bedrohung und Hetze begrüßen wir ausdrücklich!
Langfristig lassen sich jedoch diese Strömungen nur mit geeigneter Aufklärung und Bildung vermeiden. Daher halten wir es für geboten, auch hier im Rahmen unserer Möglichkeiten tätig zu werden. Uns erscheint es notwendig, auch die politische Bildung gegen Gefahren durch Rechtsextremismus zu verschärfen. Wir beantragen, das Bildungsangebot der Vogelsang IP "Maßnahmen der politischen Bildung zur Sensibilisierung für Gefahren durch den Rechtsextremismus" im Haushalt 2020 von 20.000 auf 40.000 Euro zu erhöhen.
Wir danken der Verwaltung unter der Leitung von Landrat Rosenke und seinem allgemeinen Vertreter Herrn Poth sowie der Führungsmannschaft für die geleistete Arbeit. Insbesondere gilt jedoch unser großes Kompliment der Belegschaft, die sich den außergewöhnlichen Belastungen mit hohem Engagement und Einsatzwillen widmet.
Jörg Grutke
Fraktionsvorsitzender